Wenn wir an unsere Innenstädte denken, haben wir volle Geschäfte, lange Schlangen und Menschenmassen im Sinn. Gerade zur Weihnachtszeit ist besonders viel los und ein gemütlicher Bummel durch die Geschäfte wird schnell zum Stress. Die gewünschten Artikel sind vergriffen und man war umsonst unterwegs. Aktuell ist das aber nicht so.

Durch die Pandemie hat sich das Kaufverhalten der Menschen verändert. Der Großteil bestellt seine Produkte online und die Innenstädte sind leer. Auch wenn wir nach dem Lockdown wieder mit mehr Trubel in den Shops gerechnet haben, blieb diese Erwartung leider unerfüllt. Aber warum?

Viele sind heute noch verunsichert und möchten sich keinem gesundheitlichen Risiko aussetzten. Andere haben sich an den Vorteilen des Onlineshoppings gewöhnt und wollen sich gar nicht mehr in die Geschäfte bewegen und anstehen müssen. Aber das ist ein Problem, denn viele Modeketten verschwinden nach und nach aus den Innenstädten, weil sie die Kosten nicht mehr tragen können. Die Händler stellen sich online auf, um dem entgegenwirken zu können. Allein im Jahr 2020 wuchs der Umsatz im E-Commerce um 13 Milliarden Euro.

Einzelhandel steckt in der Krise

Durch Apps und andere digitale Plattformen versucht sich der Einzelhandel gegen die Situation zu wappnen. Eine Möglichkeit könnte die APP Baoo sein. Baoo wurde von drei jungen BWLern gegründet. Sie hatten die Idee, mithilfe der App die Kunden wieder in die Geschäfte zu locken. Der Gedanke: Die Verfügbarkeit von Produkten in der Nähe wird angezeigt. Händler können durch eine Anbindung in die App ihre verfügbaren Produkte darstellen. So könnten wir zum Beispiel sehen, ob die Lautsprecher, die wir zu Weihnachten verschenken wollen, verfügbar sind.

Der Plan ist, dass die Kunden nun wissen, dass ihr Produkt verfügbar ist und sie auf die Lieferzeit verzichten können, wenn sie selbst ins Geschäft gehen und auf den Onlinekauf verzichten. Ähnlich wie bei der Suchmaschine können wir ein Keyword wie Lautsprecher XY eingeben und Baoo spuckt uns direkt Ergebnisse und Weg Beschreibungen zu den Geschäften aus, bei dem wir unser Produkt erwerben können.

Die Macher wollen die App stetig optimieren. Aktuell arbeiten sie an der Möglichkeit, dass Kunden die Produkte für einen gewissen Zeitraum reservieren können. Ganz ähnlich wie bei dem Click and Collect Prinzip. Auch die Nutzung von Fahrradkurieren ist geplant. So haben wir die Chance uns die Artikel nach Hause liefern zu lassen.

DM, Media Markt, Saturn und weitere Riesen der Handelsunternehmen sind bei Baoo bereits am Start und arbeiten mit den Gründern der Baoo App zusammen. Aktuell versuchen die Gründer weitere Unternehmen zu einer Zusammenarbeit zu akklimatisieren.

„Digital Jetzt“ macht es möglich

Durch das Förderprogramm „Digital Jetzt“ werden klein und mittelständische Unternehmen für technische Investitionen mit bis zu 50.000 Euro bezuschusst und die Laufzeit des Fonds wurde infolge der Pandemie bis 2024 verlängert.

Wie gelingt der Einstieg bei Baoo?

Das Warenwirtschaftssystem wird bei Baoo eingespielt und automatisch aktualisiert. Sobald die Händler im System sind, müssen sie sich um die Pflege der Produktbilder und Produktbeschreibungen nicht kümmern, denn das übernimmt das Team von Baoo.

Die Händler zahlen wie bei anderen auch eine kleine Gebühr/Provision für die Produkte, die über die App vertrieben wurden. Wir werden sehen, ob sich die App durchsetzen kann und wie weit die Entwicklung geht.

Zukunft des Einzelhandels?

Die Frage ist: Bleibt der Einzelhandel in den Innenstädten und setzt auf Apps oder verschwindet er aus den Innenstädten ganz? Denkbar ist auch, dass sich im Laufe der Zeit die Lieferdienste selbst ansiedeln und nur noch in bestimmten Bereichen von Händlern bewirtschaftet werden. Wie es im Handel weitergeht, gleicht einer Zukunftsfrage. Die Auswirkungen der Pandemie könnte uns aber zumindest eine Antwort geben.

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