Wenige von uns konnten sich im Dezember 2019 vorstellen, welche Auswirkungen das Coronavirus noch haben wird. Geschlossene Schulen, Spielplätze und Geschäfte, Ausgangssperre, Kontaktbeschränkungen, Tests, ein neuer Impfstoff, Mund-Nasen-Bedeckung, Desinfektionsmittel wo man nur hinschaut, Isolation, Lieferengpässe, leere Regale im Supermarkt – all das ist für viele von uns unbekannt gewesen und vor allem unvorstellbar, aber genau das hat uns erwartet. Mittlerweile ist vieles davon leider zur Normalität geworden. Unsere Kinder tragen mit einer Selbstverständlichkeit eine Mund-Nasen-Bedeckung in der Schule und wissen, dass manche Einschränkungen nötig sind, um das gesundheitliche Risiko einzuschränken und die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Pandemie hat für viele Veränderungen in unserem Leben gesorgt. In meinem heutigen Beitrag möchte ich unterschiedliche Aspekte näher beleuchten.

Der wirtschaftliche Schaden

Lockdown – das hat uns alle zunehmend getroffen. Kein Bummeln, kein Besuch im Kino, keine Urlaube oder Veranstaltungen mehr. Für unsere Freizeitgestaltung war die Entscheidung der Regierung einen Lockdown zu verhängen ein enormer Einschnitt, aber für die Unternehmung war diese Entscheidung eine Katastrophe. Viele Unternehmer stellten sich die Frage, „Wie soll ich das finanziell schaffen?“. Auch wenn die Regierung durch Überbrückungshilfen sofort zu Hilfe eilte, lief das nicht reibungslos. Durch viele Betrugsfälle gestaltete sich der Prozess der Überbrückungshilfe immer schwieriger und für einige Unternehmer war eine Geschäftsaufgabe unabdingbar.

Der Aktienmarkt schwächelt und für viele größere Unternehmen ist das ein drastisches Problem, denn durch den sinkenden Aktienwert, verlieren Unternehmen Geld für neue Investitionen. Die Einführung der Kurzarbeit lässt die Nachfrage von Konsumgütern weiter sinken, durch den finanziellen Einbruch, der bei den betreffenden Arbeitnehmern stattgefunden hat, ist eine Unsicherheit eingetroffen. Die finanziellen Mittel stehen nicht wie gewohnt zur Verfügung und eine zeitliche Einschätzung der Einschränkung durch die Pandemie kann nicht getroffen werden. So wird das Geld beisammen gehalten und mit äußerst viel bedacht ausgegeben. Auch hier reagierte die Regierung mit einer Senkung der Mehrwertsteuer.

Da sich China im Januar 2020 in den kompletten Lockdown begab, entstanden Liefer -und Produktionsengpässe. Die führten zu erheblichen Verzögerungen und regten bei vielen Unternehmen ein Überdenken der aktuellen Geschäftsprozesse an. Auch wenn Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Statten noch besser weggekommen ist.

Der Arbeitsalltag

Durch die Pandemie entstand vermehrt die Möglichkeit, seine Arbeit von zu Hause aus zu erledigen. Für viele Unternehmen und deren Mitarbeiter hat sich dieser Prozess etabliert. Zwar musste von den Unternehmen in neue digitale Technologien investiert werden, aber im Schnitt hat sich diese Investition für die meisten gelohnt. Durch durchgeführte Studien können wir entnehmen, dass die meisten eine Mischung aus Präsenz -und Heimarbeit für angenehm empfinden.

Für alle Mitarbeiter im medizinischen Bereich ist ein wahrer Kraftakt zu verzeichnen. Überstunden, Überforderung und auch Hilflosigkeit sind ein ständiger Begleiter. Durch die Zunahme an Patienten laufen die Touren bei dem medizinischen Personal auf Hochtouren. Die Wartezimmer oder Krankenbetten sind überfüllt und die Gefahr sich selbst mit dem Virus zu infizieren erhöht. Auch das Pflegepersonal ist komplett ausgelastet. Es wurden viele neue Maßnahmen und Arbeitsschritte eingeführt, die zur Eindämmung des Risikos unterstützen sollen.

Die Psyche

Wie sich die Pandemie auf unsere Psyche auswirkt, ist natürlich unterschiedlich, aber fast niemand ist langfristig mit den Einschränkungen glücklich. Die Treffen mit Freunden und Familie fehlen einfach. Mit den Einschränkungen fühlt es sich an, als würde eine dicke Gewitterwolke über einen fliegen. Natürlich möchte niemand einen anderen Mitmenschen gefährden, aber für einige ist die Einschränkung sehr schwer hinzunehmen. Es wurden Studien durchgeführt, die aufzeigen, dass für Menschen mit bestehenden psychischen Krankheiten eine Verschlechterung der psychischen Krankheit aufgetreten ist und die Psychotherapeuten einen enormen Zuwachs an neuen Patienten verzeichnen. Auch im Bereich der Minderjährigen ist die Anzahl enorm gestiegen.

Es ist eine zunehmende Unsicherheit zu spüren und auch eine gewisse Bocklosigkeit. Jugendliche sind enorm in ihrer Entwicklung eingeschränkt und fühlen sich von der Politik nicht wahrgenommen. Für mich selbst ist es eine enorme Einschränkung und das, obwohl ich meine wilde Partyzeit hinter mir habe. Aber ja, für einen frisch 18-jährigen ist es eine große Enttäuschung nicht den „großen“ Geburtstag ordentlich mit all seinen Freunden feiern zu können. Auch im Punkt Dating spielt der Virus eine große Rolle. Wo lernt man jemanden kennen, wenn alle typischen Ortschaften geschlossen haben? Wo soll ein Treffen stattfinden?

Veranstaltung und Entertainer

The Show must go on – aber nicht während Corona…Konzerte, Aufführungen, Shows, Events fallen flach und damit auch das Einkommen. Jeder Unternehmer in dieser Branche ist von der Pandemie besonders hart getroffen. Die Coronahilfspakete greifen nicht besonders, da ein Tänzer, der in einer Show auftritt, kein Büro hat. Der eigene Körper ist das Arbeitsmittel und die Möglichkeit Hartz V zu beantragen ist für viele keine Option. Die meisten suchten sich während der Pandemie eine andere Beschäftigung, um über Wasser zu bleiben, aber besonders schön ist das nicht. Wenn man seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat, ist eine alternative Beschäftigung langfristig nicht zufriedenstellend und wirkt sich wiederum negativ auf die Psyche aus. Auch die Gastronomen sind besonders hart von den Maßnahmen zur Einschränkung des Virus getroffen. Trotz vieler Pandemieplänen, Trennwänden, Reduzierungen der Sitzmöglichkeiten, Formularen der Kontakteinschränkungen mussten auch sie ihre Lokale schließen.

Die Zufriedenheit der Bevölkerung

Im Laufe der Zeit hat sich die Zufriedenheit der Bevölkerung im Bezug auf den Maßnahmenkatalog verändert. Wohingegen zu Anfang die klare Mehrheit für die Einschränkungen war, werden die Stimmen gegen die Einschränkungen lauter. Wir haben es heute mit vielen Mitmenschen zu tun, die die Einschränkungen verpönen und strikt gegen eine Impfung sind. Sicherlich ist es immer sinnvoll alles zu hinterfragen und nicht einfach blind zu folgen. Aber, wenn Falschmeldungen viral gehen und Prominente sich klar im Internet gegen die Maßnahmen positionieren, kann ein Einfluss auf viele Mitmenschen nicht zu verhindern sein. Dies führt unter anderem auch zu einer starken Spaltung der Gesellschaft und zu einer gewissen Unsicherheit.

Die Pandemie hat sich auf jeden Bereich ausgewirkt und jeder versucht die Auswirkungen zu händeln. Wie lange wir mit den Maßnahmen noch zu rechnen haben, ist zeitlich ungewiss. Wichtig ist aber, dass die Bevölkerung versucht sich auf die neuen Situationen einzustellen und zu handeln. Ob es Hilfspakete von der Regierung sind, Impfstoffe, die Möglichkeit neuer Geschäftsfelder oder auch virtuelle Veranstaltungen, die Menschen schauen nach vorne. Aber ich denke wir sind uns alle in einem Punkt einig – es wäre schön, wenn der Kampf zur Eindämmung der Pandemie hinter uns liegen würde. Bleibt gesund!

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